Digitaler Engel Thüringen in Bischofferode: Was das Smartphone alles kann

02.11.2026
10:00
- 12:00

Tagespflege Bischofferode

Neue Straße 4a

37345 Am Ohmberg-Bischofferode

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Mobilreferentin Martina führte in der Tagespflege Bischofferode eine Veranstaltung zum Thema „Was das Smartphone alles kann“ durch. Bereits bei ihrer Ankunft wartete ein Ehepaar gespannt auf den Beginn. Die beiden berichteten, dass sie zuvor an einer Smartphone-Schulung in Leinefelde teilgenommen hatten, mit der sie zumindest zu Beginn nicht zufrieden gewesen waren.

Im Verlauf der Veranstaltung zeigte sich, dass viele der anwesenden Senior im Umgang mit ihrem Smartphone noch sehr unsicher waren. Zwar besaßen die meisten ein eigenes Gerät und hatten dieses auch mitgebracht, nutzten es bislang jedoch hauptsächlich zum Telefonieren und für WhatsApp. Martina stellte fest, dass sie die digitalen Vorkenntnisse der Gruppe zunächst etwas überschätzt hatte. Deshalb wiederholte sie während der Veranstaltung mehrfach grundlegende Bedienungsschritte und passte ihre Erklärungen an den tatsächlichen Kenntnisstand an.

Zu Beginn wollte Martina gemeinsam mit den Teilnehmenden das Bildschirm-Timeout einstellen. Diese Übung erwies sich allerdings als zeitaufwendiger als erwartet. Die Senior verwendeten sehr unterschiedliche, teilweise ältere Smartphones, deren Einstellungen sich zum Teil deutlich voneinander unterschieden. Bei einigen Geräten musste Martina zunächst recherchieren, wo sich die entsprechende Funktion finden ließ.

Bei einem Huawei Y7 gelang es ihr nicht, das Bildschirm-Timeout anzupassen, obwohl der Energiesparmodus nicht aktiviert war. Bei zwei weiteren Smartphones verhinderte hingegen der eingeschaltete Energiesparmodus die gewünschte Einstellung. Martina nahm dies zum Anlass, die Funktion des Energiesparens zu erklären und anschließend zu den Schnelleinstellungen überzugehen.

Dabei wurde deutlich, dass bereits das Öffnen der Schnelleinstellungen für einige Senior eine große Herausforderung darstellte. Martina erklärte die notwendigen Wischgesten mehrfach und zeigte die einzelnen Schritte wiederholt. Dennoch trauten sich manche Teilnehmende nicht, die Bedienung selbstständig auszuprobieren.

Zusätzliche Schwierigkeiten entstanden dadurch, dass nicht auf allen Geräten dieselben Funktionen in den Schnelleinstellungen hinterlegt waren. So fehlte bei einigen Smartphones beispielsweise die Schaltfläche für den Energiesparmodus. Martina versuchte zu verdeutlichen, dass dies zunächst kein Problem sei und die Funktion vor allem für diejenigen relevant war, bei denen sich das Bildschirm-Timeout zuvor nicht verändern ließ. Bei einer Seniorin waren noch keine entsprechenden Schaltflächen eingerichtet. Martina fügte die benötigten Funktionen kurzfristig hinzu, damit sie bei den weiteren Übungen mitmachen konnte.

Im Anschluss stellte Martina verschiedene Funktionen der Schnelleinstellungen vor. Dazu gehörten mobile Daten, WLAN, Bluetooth, Taschenlampe, Standort und Flugmodus. Sie erläuterte, wofür die einzelnen Einstellungen benötigt werden und in welchen Alltagssituationen sie hilfreich sein können.

Beim Thema mobile Daten erklärte Martina, dass diese für die Internetnutzung unterwegs benötigt werden und im Alltag in der Regel eingeschaltet bleiben können. Zugleich wies sie darauf hin, dass bei Reisen ins außereuropäische Ausland besondere Vorsicht geboten ist, da dort zusätzliche Kosten entstehen können.

Anschließend beschäftigte sich die Gruppe mit dem WLAN. Gemeinsam übten die Teilnehmenden, wie sich ein Smartphone mit einem verfügbaren WLAN-Netzwerk verbinden lässt. Das Ehepaar, das bereits vor Veranstaltungsbeginn im Raum gewartet hatte, erkannte dabei, dass es auch das heimische WLAN mit dem Smartphone nutzen kann.

Eine Seniorin wollte wissen, ob sie das WLAN nach der Veranstaltung wieder ausschalten müsse. Martina erklärte, dass die Funktion eingeschaltet bleiben könne, wenn sie auch an anderen Orten WLAN nutze. In der Tagespflege selbst stand allerdings kein WLAN zur Verfügung.

Eine weitere Teilnehmerin äußerte die Sorge, dass eine WLAN-Verbindung möglicherweise Auswirkungen auf den Internetvertrag ihres Enkels haben könnte, über den ihr Zugang lief. Sie wollte vermeiden, dass ihm zusätzliche Kosten entstehen. Martina erklärte deshalb noch einmal grundsätzlich, wie eine Internetverbindung funktioniert, wie sie hergestellt und getrennt wird und dass die bloße Verbindung eines Smartphones mit einem bestehenden WLAN normalerweise keine zusätzlichen Vertragskosten verursacht.

Auch die Funktion Bluetooth führte zu mehreren interessierten Nachfragen. Eine Seniorin wollte wissen, ob sie ihre Hörgeräte direkt mit ihrem Smartphone verbinden könne. Martina erklärte, dass dies vom jeweiligen Hörgerät abhänge und möglicherweise eine zusätzliche Anwendung benötigt werde. Für die konkrete Einrichtung empfahl sie, sich von einer vertrauten Person aus dem persönlichen Umfeld unterstützen zu lassen.

Eine andere Seniorin berichtete, dass sie Bluetooth bereits nutze, um ihre Hörgeräte mit dem Fernseher zu verbinden. Martina griff dieses Beispiel auf und erläuterte, dass sich über Bluetooth nicht nur Smartphones mit anderen Geräten verbinden lassen, sondern auch andere technische Geräte untereinander.

Auf die Frage, ob Bluetooth und die Standortfunktion dauerhaft eingeschaltet bleiben sollten, erklärte Martina, dass die Teilnehmerinnen beide Funktionen ausschalten könnten, wenn sie diese aktuell nicht benötigten.

Besonders gut kam die Taschenlampenfunktion an. Fast allen Senior gelang es, die Taschenlampe selbstständig oder mit etwas Unterstützung ein- und auszuschalten. Einige zeigten sich überrascht, dass ihr Smartphone über diese praktische Alltagsfunktion verfügt, und freuten sich darüber, sie nun nutzen zu können.

Zum Abschluss stellte Martina noch die Möglichkeit vor, einen Screenshot zu erstellen. Sie zeigte sowohl die Tastenkombination aus Ein-/Ausschalter und Leiser-Taste als auch eine Wischgeste mit der Handkante, die auf bestimmten Smartphones verfügbar ist. Während die Tastenkombination und die unterschiedlichen Bedienweisen für viele Teilnehmende zu schwierig waren und einige die Übung schließlich aufgaben, gelang die Wischgeste bei manchen Geräten recht gut.

Insgesamt empfand Martina die Veranstaltung als durchwachsen. Einerseits war die Gruppe bei zahlreichen grundlegenden Funktionen noch sehr unsicher, sodass selbst einfache Bedienungsschritte viel Zeit und wiederholte Erklärungen erforderten. Die unterschiedlichen und teilweise veralteten Smartphones erschwerten die gemeinsame Arbeit zusätzlich. Insbesondere die Anpassung des Bildschirm-Timeouts nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch als vorgesehen.

Andererseits war positiv, dass die meisten Teilnehmenden ein echtes Interesse am Thema mitbrachten und bereit waren, sich mit ihren Geräten auseinanderzusetzen. Auch wenn nicht alle Übungen erfolgreich abgeschlossen werden konnten, lernten die Senior verschiedene Funktionen kennen, die ihnen den Alltag mit dem Smartphone erleichtern können.

Zum Abschluss nahmen alle Teilnehmenden eine passende Android- beziehungsweise Apple-Broschüre mit. Martina freute sich darüber, dass die Senior trotz mancher Schwierigkeiten motiviert blieben und Interesse daran zeigten, ihre digitalen Kenntnisse weiter auszubauen.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass gerade bei Gruppen mit geringen digitalen Vorkenntnissen sehr kleinschrittige Erklärungen, ausreichend Zeit zum Üben und individuelle Unterstützung besonders wichtig sind. Gleichzeitig zeigte das Interesse an einfachen Funktionen wie der Taschenlampe oder der WLAN-Verbindung, dass bereits grundlegende Kenntnisse einen unmittelbaren Mehrwert im Alltag bieten können.

Angebote aus der Region

Smartphone-Sprechstunde

Jeden Dienstag organisiert das Stadtteilbüro Leinfelde eine Smartphone-Sprechstunde für Senior:innen. Hier erhalten ältere Menschen Unterstützung bei individuellen Fragen und Problemen im Umgang mit dem Smartphone, Tablet und Computer.

Wann? jeden Dienstag ab 14:00 Uhr, nächster Termin 08.09.
Wo?
Stadtteilbüro Leinefelde, Bachstraße 2, 37327 Leinefelde

Sonstiges: Das Angebot ist kostenlos. Bitte bringen Sie Ihr eigenes digitales Gerät mit.

Weitere Informationen zum Angebot erhalten Sie bei Herrn Markus Friedrich telefonisch unter 0151 – 16 56 90 33 , per E-Mail an stadtteilbuero@leinefelde.de oder auf der Internet-seite https://www.leinefelde-worbis.de/de/unsere-stadt/stadtentwicklung/ stadtteilbuero-leinefelde/.

Seniorenbegegnungsstätte Lorenz-Werthmann-Haus

Im Lorenz-Werthmann-Haus der Caritas Duderstadt finden verschiedene Angebote statt. Hier finden Sie auch Hilfe rund um digitale Anwendungen und Geräte.

  • Computerclub
    Jede Woche können Sie hier gemeinsam fachsimpeln, ausprobieren, um Rat fragen bei allen Themen rund um den PC.

Wann? immer mittwochs von 10:00 – 12:00 Uhr
Wo? Lorenz-Werthmann-Haus, Scharrenstraße 9/11, 37115 Duderstadt
Sonstiges: Die Beratung ist kostenlos.

  • Der kleine Technik Ratgeber
    In einer individuellen Beratung können Sie hier alle Fragen zu ihren technischen Geräten wie Computer, Smartphone oder Tablet stellen.

Wann? nach Vereinbarung
Wo? Lorenz-Werthmann-Haus, Scharrenstraße 9/11, 37115 Duderstadt
Wichtig: Melden Sie sich bitte im Vorfeld per Mail (lwh@caritas-suedniedersachsen.de) oder telefonisch unter 05527 – 996860 an.
Sonstiges: Die Beratung ist kostenlos.

Weitere Informationen zum Angebot erhalten Sie telefonisch unter 05527 – 996860, per Mail an lwh@caritas-suedniedersachsen.de oder auf der Internetseite https://www.caritas-suedniedersachsen.de/seniorenbegegnungsstaette.

Überregionale Angebote

  • Digitaler Engel: Erklärvideos und weitere Materialien.
  • Digitalführerschein (DiFü)
  • Stiftung Digitale Chancen
  • Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“
  • Digital-Kompass: Ein kostenfreies Angebot zum Erlernen digitaler Kompetenzen für Menschen mit Seh-, Hör- und Mobilitätsbeeinträchtigung.
  • Nie zu alt fürs Internet!: Eine Broschüre zum Einstieg in das Internet.
  • Lottiai: Ein Programm, dass Fragen rund um das Thema Digitalisierung beantwortet und dabei Schritt für Schritt erklärt.

Zu den Angeboten finden Sie über unserer Linksammlung.

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