Das Sommerfest in Isseroda bot einen lebendigen Rahmen für ein offenes Informationsangebot zum Thema Digitalisierung. Auch wenn der Stand der Mobilreferentin Martina etwas abseits auf dem Parkplatz des Pflegeheims aufgebaut war, wurde er durch die ankommenden Gäste rege wahrgenommen: Rund 38 Personen – überwiegend ältere Menschen – kamen aktiv vorbei, etwa 70–80 weitere nahmen den Stand zumindest aus der Ferne wahr.
Der Austausch war vielfältig und reichte von konkreten Fragen bis hin zu persönlichen Geschichten. Eine ältere Dame wollte wissen, warum bei WhatsApp nun immer ein Kreis angezeigt wird – sie meinte damit die neue Meta-AI-Funktion. Außerdem war sie sich unsicher, ob sie WLAN beim Verlassen des Hauses deaktivieren sollte. Ein Mann zeigte sich überrascht über das Ausmaß an Internetbetrug und lobte das Projekt ausdrücklich für seine präventive Aufklärungsarbeit.
Ein älteres Ehepaar nahm viel Infomaterial mit, obwohl die Frau erklärte: „Online einkaufen – das traue ich mich nicht.“ Auch eine junge Frau mit ihren Kindern informierte sich und nahm Unterlagen für ihre Großmutter mit. Besonders schön war der Moment, als der kleine Junge sich beim Weggehen noch freundlich verabschiedete – eine herzerwärmende Geste.
Viele Gespräche zeigten die unterschiedlichen Wissensstände innerhalb älterer Paare. Während ein Mann die E-Rezept-App nutzt und sich mit seinem Smartphone gut auskennt, ist seine Frau noch zögerlich – beide wollen daher an der kommenden Veranstaltung zur elektronischen Patientenakte am 8. August teilnehmen. Auch ein interessierter Herr ohne Smartphone holte sich Infomaterial, reagierte aber zunächst skeptisch, als Martina erwähnte, dass das Projekt durch das Thüringer Sozialministerium gefördert wird. Er fragte gezielt nach der Gemeinnützigkeit des Vereins.
Weitere Gespräche drehten sich um Online-Banking, Shopping und die Angst vor Internetbetrug. Glücklicherweise konnte Martina hier auch auf Polizeimaterialien zurückgreifen. Besonders erfreulich war, dass ein Paar aus dem Nachbardorf sich eine Veranstaltung vor Ort gut vorstellen kann und sich für das Projekt begeistert zeigte.
Auch die Generationenperspektive spielte eine Rolle: Ein Enkel begleitete seine beiden Großmütter und ermutigte sie, Material mitzunehmen, um den Umgang mit dem Smartphone zu üben. Er selbst hätte sich zudem Infos zum Thema Smart-TV gewünscht. Ein weiteres Paar war geteilter Meinung: Die Frau nutzt ein Smartphone, fühlt sich aber unsicher, während ihr Mann jede Technik ablehnt – er scherzte sogar, er würde seine Kinder enterben, wenn sie ihm ein Gerät schenken. Umso überraschender: Das E-Rezept hält er für eine gute und sinnvolle Sache.
Insgesamt war die offene Veranstaltung trotz ihrer Randlage ein voller Erfolg. Besonders hilfreich war es, dass auf eine konkrete Folge-Veranstaltung in der darauffolgenden Woche hingewiesen werden konnte – viele Interessierte bekundeten dafür bereits ihr Interesse.